Archiv der Kategorie: Allgemein

Armenische Grabsteine in katholischer Friedhofsmauer

Die armenischen Grabsteine sind in die Mauer des katholischen Friedhofs in Siret, einer Kleinstadt in Nordosten Rumäniens, eingelassen. Die Stadt ist heute im Bezirk Suceava angesiedelt. 1774-1918 gehörte sie zur Habsburger Monarchie, zum östlichsten Kronland – der Bukowina (Buchenland) – und hieß damals Sereth.

Warum, also Grabsteine in der Friedhofsmauer? Im Jahrbuch des früheren Bukowiner Landes-Museums (1893) fand ich folgende Erklärung:

 

Bei archäologischen Ausgrabungen unter der Leitung des Konservators Josef Ritter v. Gutter, k. k. Hauptmann i. P. und Obmann des „Serether Museums-Vereins“ (gestorben 08.5.1886 in Sereth) entdeckte man (1880) alte armenische Grabsteine in einem aufgelassenen Klosterfundament in Sereth. Leider erfährt man im Text nicht, um welches Kloster es sich handelt.  Es gab sowohl ein Franziskaner- als auch ein Dominikanerkloster in vergangener Zeit. Bezüglich des Letzteren schreibt der „Reiserführer durch den Kreis – Suceava“ (Bukarest 1982) existierte bei der „Hlg. Johannes-Kirche“ in Sereth in der Zeit 1391-1435 ein kath. Bischofsamt mit einem dazugehörigen Dominikanerkloster. Das Klostergebäude wurde 1451 niedergebrannt.

Vier von den 30 eingemauerten „Leichensteinen“ konnten komplett geborgen werden. Den fünften erhaltenen Stein fand man an einer anderen Stelle, an der sich vermutlich, so v. Gutter, die Klosterkirche befand. Unter besagten fünften Stein wurde ein Skelett gefunden, dass ein goldbesticktes Brokatgewand trug, dessen Qualität jedoch schon Verschleißerscheinungen aufwies

Die Inschriften der Grabsteine sind in armenischen Buchstaben am Rande umlaufend angebracht und mittig verzieren Pflanzenornamente das Grabmal. Die Inschriften in dt. Übersetzung, der fünf oben genannten Steine ist dokumentiert,

Nr. 1: „Das ist der Grabstein des gottseligen Agopscha, der nun verstorben im Jahre 1100 nach armenischer Zeitrechnung (1651 unseres Kalenders), den 30. Jänner.“

Nr. 2: „Das ist der Grabstein des gottseligen Marcu, welcher der Sohn war des Sahag verstorben im Jahre 1102 (armenisch).“

Nr. 3: „ Das ist der Grabstein des gottseligen Ovanes, seines Weibes Sartarig und seines Sohnes Schadbey. Gott sei ihrer Seele gnädig. Im Jahre 1108 (armenisch) am Mittwoch.“

Nr. 4: „Das ist der Grabstein des Aswadur, Sohn des Hanigczan verstorben im Jahre 1100 (armenisch).“

Nr. 5: „ Dies ist der Grabstein der Ruhe des Apriham und der Anna, welche Kinder des Agapscha Hauptes der Stadt Sereth sind, im Jahre 1101 (arm. Zeit).“

Es lässt sich vermuten, dass der Grabstein Nr. 1 auf die spätere Familie Agopschowiez und der Stein Nr. 3 auf die noch im Jahre 1880 in Galizien lebende Familie Schadbey schließen lässt.

Bei der Umfriedung des Friedhofs (1884) integrierte man diese fünf Steine in die Mauer. Heute sieht man jedoch sieben solcher Grabsteine in der Außenmauer!

armenischer Grabstein in Friedhofsmauer in Siret

 

Hexenring bei Alsbach-Hähnlein

Hexenring bei Hähnlein, Richtung Rodau/Damm fotografiert, 01/2018

Im Volksglauben vermutete man von den im Kreis wachsenden Pilzen Versammlungsorte von Hexen oder Feen, deren Kreise magisch waren und nicht betreten werden durfte. Schlussendlich sind es jedoch runde Pilze. Deren unterirdische Pilzgeflechte (Myzel) von einem zentralen Punkt ausgehend nach außen wachsen. An den Enden wachsen die Fruchtkörper die Pilze, aus dem Boden. Im Innern des Kreises stirbt das Pilzgeflecht  ab, sobald die im Boden sich befindende verwertbare Substanz zersetzt ist. Zumeist sieht man am äußeren Rand des Pilzgeflechtes gut entwickeltes grünes Gras. Das kommt daher, dass die Pilze Ammoniak ausscheiden, der wiederum im Boden zu Salpeter umgewandelt werden und nun als Dünger dienen. Bis zu 60 bekannte Pilzarten, wie u.a. Nelkenschwindling oder Safranschirmling bilden solche Feenringe. Der bisher größte Hexenring wurde 1953 in Frankreich, Belfort mit einem Durchmesser von 600m gefunden. Vermutetes Alter ca. 700 Jahre.

Hexenringe kommen vielfach auf nährstoffarmen und sandigen Böden vor. So auch auf einer Wiese beim hessischen Alsbach-Hähnlein, zwischen dem Ortsteil Hähnlein und Zwingernberg, Ortsteil Rodau an der L3261. Am besten kann man in Hähnlein in der Straße „Im Rodacker“ parken und längs der L3261 auf einem Fußgänge-/Radweg in Richtung Rodau laufen. Bei der Brücke über dem Winkelbach: Straßenseite wechseln und auf der rechten Dammseite (Richtung Langwaden) gehen bis zur Wiese nahe dieser Baumgruppe. (Dauer ca. 1 Std).

Baumgruppe rechtsseitig vom Winkelbach, Richtung Langwaden

 

Hexenring bei Hähnlein 01/2018

 

 

 

 

Bitte beachten!

Bitte sorgsam mit der Wiese und dem Hexenring umgehen!!!!   

Nicht für Kinderwagen geeignet und festes Schuhwerk ist erforderlich. Parkmöglichkeiten in Hähnlein oder Rodau. 

 

Weimar – Ehemalige Bahn zum KZ-Buchenwald

Bevor die Buchenwaldbahn gebaut wurde, gingen die im Bahnhof Weimar ankommenden Häftlinge zu Fuß durch die Stadt zum Konzentrationslager Buchenwald.

Gedenktafel neben Bahnsteigunterführung, 2016

Die im Frühjahr 1943 errichtete zehn Kilometer lange Anschlussbahnlinie zwischen Weimar-Schöndorf und Buchenwald  bauten KZ-Häftlinge innerhalb drei Monate unter widrigsten Bedingungen per Hand. Die Buchenwaldbahn diente zuerst der Versorgung des nahegelegenen Rüstungswerks (Gustloff Werk II).  Doch bald transportierte man 100.000e Häftlinge aus ganz Europa in teilweise offenen Güterwaggons zum KZ. Danach erfolgte vielfach der Weitertransport zur Zwangsarbeit in eines der Außenlager. Ferner deportierte man von hier auch kranke Häftlinge und Kinder zur Ermordung nach Auschwitz.  Nach Räumung der Lager im Osten durch die SS, kamen Massentransporte in Buchenwald an. Viele der Häftlinge überlebten bereits die Fahrt mit der Bahn nicht.

Die Initiativgruppe „Gedenkweg Buchenwaldbahn“ legte 2007 auf der ehemaligen Trasse einen von Bäumen und Sträuchern freigelegten 3,5km langen Gedenkweg an. Hier erlangt der Interessierte aktiv einen neuen Zugang zur Gedenkstätte.

zugewachsener Bahndamm der Buchenwaldbahn im nahegelegenen Wald der Jugendherberge „Am Ettersberg“. Die Trassenführung kann man noch gut erahnen.

nähere Informationen:

http://www.gedenksteine-buchenwaldbahn.de

https://de.wikipedia.org/wiki/Bahnstrecke_Weimar–Buchenwald

http://www.buchenwald.de/69/

 

Locarno: Barfußpfad, Seilbahn, Cardada & Cimetta

Die Hausberge von Locarno im Tessin – Cardada und Cimetta – bieten mehr als nur grandiose Aussicht auf den tiefsten Punkt der Schweiz (Lago Maggiore) und den höchsten Punkt (Dufourspitze im Monte Rosa Massiv).

Blick auf Lago Maggiore

 

Barfußpfad Locarno

Von der Stadt aus geht es mit der Standseilbahn zur Wallfahrtskirche Madonna del Sasso hinauf. Umsteigen in die futuristische Kabinenseilbahn von Mario Botta (Schweizer Architekt) und schon ist man auf dem Berggipfel Cardada (1340m). Hier gibt es eine geniale Aussichtsplattform, die ähnlich der Baumwipfelpfade, über den Wipfeln ins Tal hinein ragt.   Zuvor kann man, egal welchen Alters, auf einer Riesenpartnerschaukel schaukeln! Doch das sportliche Highlight ist der BARFUSSPFAD! Ohne Worte, die Fotos beschreiben alles…

Barfußpfad Locarno/Cardada

 

Barfußpfad Locarno/Cardada

 

 

Barfußpfad Locarno/Cardada

 

 

 

 

Weiter hinauf geht es mit einer Sesselbahn zum Berggipfel Cimetta (1671m). Die Sesselbahn ist seitlich zum Hang ausgerichtet, d.h. auf der Hinfahrt schaut man zusammen nach rechts und nach links auf der Rückfahrt. Oben auf der Gipfelplattform ist in dem Boden des Zements ein geologischer Lehrpfad eingelassen.

Auf beiden Bergen gibt es Gaststätten.

weitere Infos: http://www.cardada.ch/de

 

Jägersburger Wald – Steinkreuz von 1618

Der Jägersburger Wald ist ein hessisches Waldgebiet im Ried zwischen Groß-Rohrheim, Langwaden, Fehlheim, Schwanheim, Einhausen, Hähnlein und Gernsheim und sehr geschichtsträchtig. Zuerst beschäftige ich mich mit dem Steinkreuz von 1613.

Dieses Sandstein-Kreuz (der rechte Kreuzbalken fehlt und die Verwitterung ist weit vorangeschritten) markiert die Stelle an dem ein Mann 1613 zu Tode kam. Es ist durch einen kleinen Zaun geschützt.  Um die Inschrift besser lesen zu können, habe ich den Stein mit Kreide bemalt und diese dann verwischt.

Steinkreuz im Jägersburger Wald

 

 

 

 

 

 

 

Inschrift lautet:  1613 DEN 15 APRIL IS(t) WENDEL DANTMA …HRHEIM AN DIESEM OR(t) … N  UNWISSENT WIE ER V…/ SEEL GOT GNA(d) // MILLE MODIS (LE)THI MISEROS/  (MORS) VNA (FAT) IGAT.

Übersetzung: Mit tausend Todesarten sucht der eine Tod die Unglücklichen heim. (lt.: http://www.inschriften.net/zeige/suchergebnis/treffer/nr/di038-0217.html#content )

Standort: Im Wald an der Straße zwischen Langwaden und Jägersburg (Groß-Rohrheim) an der L 3261. Von Langwaden kommend rechts auf dem Parkplatz „Küchengarten“ (ein Weg vor dem Wasserwerk)  parken. Die L 3261 überqueren und links in die Kreuzschneise hinein (an einem Baum hängt ein Schild  Kreuzschneise). Nach ca. 60m steht rechts das Steinkreuz.

Seeheim-Naturdenkmal & Gedenkstätte, Sanddüne, Hirsche

Ein Fahrradausflug , um das hessische Seeheim-Jugenheim herum führte mich zu einem Naturdenkmal (Sanddüne) und zu einer Art Gedenkstätte für zwei verendete Hirsche.

In der Nähe der Straßenkreuzung (B 3/ L 3303 – nördlich in Richtung Darmstadt, westlich vom Schuldorf und südlich vom Pferdestall) befindet sich das Naturdenkmal der Seeheimer Düne.

Das Hinweisschild ist leider nicht mehr so intakt und man findet es nur durch Zufall. Man muss zu diesem Zweck vom vielbesuchten Feldweg (westlich vom Seeheimer Teich) in einen eher unscheinbaren Weg in Richtung Straße (B3)  abbiegen.

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Die Seeheimer Düne ist als Natura 2000-Gebiet geschützt. Das kleine Dünenfragment weist artenreiche Bestände von Haar-Pfriemgras, Silberscharte und Zwerg-Sonnenröschen aus. Eine angepasste Beweidung durch Esel und Schafe soll die Fläche dauerhaft erhalten. Ich habe dort noch nie diese Tiere gesehen….

Im Landkreis Darmstadt-Dieburg entstanden diese Sandgebiete vor ca. 10.000 Jahren- Der Rhein lagerte hier Material aus den Alpen ab und ließ Binnendünenbiotope entstehen. Die Reste davon sind mit ihrer Artenvielfalt von überregionaler Bedeutung!

Weiter geht´s – den Feldweg  folgend in Richtung Straße. Vorsicht beim Überqueren der Straße! Am besten nutzt man die linksliegende Ampel. Dort Straße in Richtung Autobahn (A5) / Richtung Pfungstadt kurz entlang fahren. Bei der 1. Möglichkeit nach rechts unten abbiegen. Diesem Feldweg unterhalb der Straße nach Pfungstadt folgen und den 2. Weg (Waldweg) rechts abbiegen. Leichte Steigung und dann an der „T-Kreuzung“ nach links. Nach ein paar Metern kommt man zu einer Art Gedenkstätte, die schon ziemlich ramponiert aussieht!

dscf9138An dieser Stelle verkeilten sich zwei Hirsche mit ihrem Geweih ineinander und starben dort. Der Text zu diesem Ereignis  am 21. August 1756 steht im unteren vergitterten Teil und ist in Reimform verfasst. Oben drüber (ebenfalls vergittert) befand sich ein Gemälde, dass jedoch im Laufe der Zeit nahezu gänzlich verblichen ist.

Heute gibt es  noch eine Bank zum Ausruhen.

Wann die Anlage entstanden ist und wer sie initiiert hat, wäre spannend zu wissen!

Der Sterbeort der Hirsche heißt „Tabaksacker“ und die Umgebung „In der Eisengrube“ . Von beiden früheren Wirtschaftsformen ist heute nichts mehr zu sehen. Heute ist da nur Kiefern- und Laubwald.

Die Tour ist für Kinder geeignet.

Im DFG-Projekt GeoPortOst wurde ein Set von mehr als 900 in Forschungsliteratur in versteckten Karten digitalisiert und zur Georeferenzierung online gestellt.

„Die Sammlung beinhaltet thematische Karten zur Geschichte, zu territorialen Veränderungen sowie zu sozio-ökonomischen Relationen in Ost- und Südosteuropa sowie in geringerem Umfang zu Mitteleuropa. In ihrer Vielfalt bietet sie einen Überblick über die „Macht der
Raumkonzepte“ für eine Region, die immer wieder neu konstruiert und mythisiert wurde.

Da die meisten Karten keine kartografischen Angaben enthalten, ist eine Georeferenzierung unerlässlich. Unter Georeferenzierung wird die eindeutige Zuordnung eines Ortes zu seiner Position auf der Erdoberfläche verstanden. Dadurch wird es möglich, alte Karten als Overlay auf moderne Grundkarten zu projizieren, sie zu vergleichen und auf ihre Genauigkeit zu überprüfen.

Der Prozess der Georeferenzierung selbst erfolgt über das intuitiv bedienbare Webtool Georeferencer und verlangt keine technischen Vorkenntnisse. Dabei wird ein eindeutig identifizierbarer Ort auf der historischen Karte als Referenzpunkt ausgewählt und seine Lage auf der modernen Karte per Mausklick markiert. Durch diesen Vorgang werden die
Koordinaten für die historische Karte ermittelt.

Die Georeferenzierung basiert auf freiwilliger Beteiligung und steht allen kartenaffinen und ost- bzw. südosteuropainteressierten Personen offen. Erst durch das Engagement der Öffentlichkeit können die Karten verortet und nachnutzbar zur Verfügung gestellt werden.

Das Versprechen des Projekts besteht darin, die vielschichtige Landschaft ost- und südosteuropäischer Raumbilder en détail und im Wandel der Zeit zu entdecken. Von besonderer Attraktivität sind dabei gerade knifflige Karten, die heute verschwundene Städte, historische Ortsnamen und veränderte Raumstrukturen verzeichnen. Hier verlangt die Suche detektivischen Spürsinn und wird leicht zu einer Art „Kartenspiel“ mit
hohem Suchtfaktor.

Entdeckt Ost- und Südosteuropa auf alten Karten und helft mit, unsere digitale Sammlung zu verorten! Euer Beitrag wird durch Punktvergabe honoriert und den Top-Beiträgern winkt ein Dankeschön.

Projektseite: http://geoportost.ios-regensburg.de/
Georeferenzierung: http://geoportost.georeferencer.com/random
Kontakt: geoportost@ios-regensburg.de

Zudem möchte ich auf die biografischen Datenbanken des Instituts für Ost- und Südosteuropaforschung hinweisen: In der Amburger-Datenbank sind etwa 100.000 Datensätze zu Ausländern im vorrevolutionären Russland (http://dokumente.ios-regensburg.de/amburger) recherchierbar. Das BioLexSOE online (http://biolex.ios-regensburg.de) ist die elektronische Version des vierbändigen Biographischen Lexikons zur Geschichte Südosteuropas, das zwischen 1974 bis 1981 erschienen ist.“

Angaben lt.: Tillmann Tegeler, 93049 Regensburg, Deutschland

Bamberg – einst Krankenhaus jetzt Residenzschloss

 

Das Bamberger Hotel „Residenzschloss“ liegt ein wenig abseits, ruhig und an der Regnitz, aber doch noch fußläufig zur Altstadt. Das seit 1990 bestehende Hotel, mittlerweile 4 Sterne S  hat zwei nette Restaurants, in denen man gut essen kann, eine Tiefgarage und  einen tollen Blick auf das neobarocke Gebäude des Stadtarchivs.  Doch die Geschichte hinter der „Residenz“, die gar keine war, ist viel spannender.

Im Jahre 1787 ließ Fürstbischof von Erthal das prachtvolle Gebäude als Universitätsklinikum, inklusiv barocker Kapelle, nach Plänen des Bamberger Hofarchitekten Johannes Lorenz Fink errichten. 1798 war es dann soweit, am 11.11. fand die Eröffnung statt.  Das allgemeine Krankenhaus galt seinerzeit als eines der moderneren in Europa. Der erste ärztliche Direktor des Hauses war Adalbert-Friedrich Markus (1723-1816) und zugleich Leibarzt des Bischofs. Bereits 1828 wird das Krankenhaus zur Städtischen Klinik.

Erst durch den Klinikumsneubau im Jahre 1984 ändert sich die Funktion des Gebäudes. Fünf Jahre später wird der Umbau zum Hotel begonnen.

Im Inneren gibt es zwei imposante Treppenhäuser und die Hotelzimmer im historischen Gebäudeteil sind sehr hoch und mit lichtundurchlässigen Gardinen versehen (die benötigt man auch, da das Gebäude hell angestrahlt wird). Teppiche in den Fluren schlucken den Hall der Schritte in den hohen, langen Gängen.

Im Flur hinter der Rezeption ist eine größere Platte in die Wand eingelassen: „Am 24. November 1889  wurde das 100jährige Jubiläum des allgemeinen Krankenhauses von den beiden städtischen Collegien festlich begangen in Anwesenheit der Herren: k. Obermedizinalrath und Geheimrath Dr. v. Kerschensteiner im Auftrage des k. Staatsministeriums des Innern;  …..“ Es folgte eine Reihe von Namen.

(Sehr schlecht fotografierbar.)

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Bamberg, Inschriftentafel zum 100jähriges Jubiläum Allg. Krankenhaus

Dr. Josef von Kerschensteiner (1831-1896), u.a. Leiter des Bayer. Medizinalwesens,  Studium der Medizin in München u.a. bei Christian Pfeufer

Christian Pfeufer war Direktor des Städt. Krankenhauses Bamberg. Sein Sohn war Sigmund von Pfeufer (1824-1894), 1881-1894 Regierungspräsident von Oberbayern war. Evtl. ist er nachfolgend auf dre Tafel gemeint.

Vgl.  Kerschensteiner: https://www.hdbg.eu/biografien/web/index.php/detail?uid=4824

Christian Pfeufer: https://www.hdbg.eu/biografien/web/index.php/detail?uid=5131

Sigmund von Pfeufer: https://www.hdbg.eu/biografien/web/index.php/detail?uid=8328

 

Die Mehrheit des Hotelpersonals wusste leider nichts zur Gebäudegeschichte zu berichten, doch eine Dame gab mir einen Zettel mit Kurzinformationen.

Hotel: http://www.welcome-hotels.com/welcomehotel-residenzschloss-bamberg/info/

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Bamberg, Blick vom Residenzschloss-Hotel zum Stadtarchiv, 12/2015

 

Auf dem Gelände des früheren Krankenhauses befindet sich das 1901 von Hans Jakob Erlwein (1872-1914) erbaute Chirurgische Krankenhaus. Im Jahre erfolgte der Umzug ins neue Klinikum und 1991 konnte schlussendlich das Stadtarchiv Einzug halten.  Allegorische Reliefs an der Außenfassade nehmen Bezug zur ursprünglichen Nutzung des Gebäudes.

 

 

 

 

 

 

Montigné (F) – Castel du Berger und Kalvarienberg

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Kalvarienberg in Montigné (Vendee, Frankreich)

 Frankreich, im „Vendee„, nahe der Atlantikküste pausierten befindet sich ein Rastplatz zwischen Kalvarienberg und Castel du Verger abseits der Straße (D 948) im Ort Montigné (Saint-Christophe-du -Ligneron (südöstlich von Challans)).

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Infotafel Kalvarienberg, Montigné, Frankreich

Der Kalvarienberg  (Bildhauer: M. Herniot de Lannion) wurde 1861 auf einer Ausstellung in Nantes präsentiert. Auf Betreiben Madame de Mauclerc Dame du Verger zog er um und wurde am 07. Oktober 1862  feierlich an seinem jetzigen Standort eröffnet.

Das Baudenkmal steht am oberen Ende einer großer Wiese, flankiert von hohen schattenspendenden Bäumen. Der Rastplatz hat Sitzbänke & Toilettenhäuschen (ohne Licht). Die Wiese bietet sich zum Frisbeespielen an.

Gegenüber sieht man ein kleines Schlösschen – Castel du Verger, dass sogar Gästezimmer vermietet und im Park Elefanten aus Fuchsbaum hat. Das Castel ist um 1500 von Francois die Pommeraie erbaut worden. Im 17. Jahrhundert erweitert und heute nun ein zum Verkauf stehendes Anwesen.

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Castel du Verger, Montigné, Frankreich

Gästezimmerinfo: http://www.castelduverger.com

 

Weimar – ehemaliges Kinderkurheim

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Das Gebäude der heutigen Jugendherberge „Auf dem Ettersberg“ in Weimar besitzt eine wechselvolle Geschichte. Um 1920 wurde es als Kurheim für an Tuberkulose erkrankte Kinder erbaut. Es besaß zwei Schlafsäle im Erdgeschoss -für Jungs und Mädchen getrennt. Der Speisesaal ist noch original erhalten. In der NS-Zeit sollen SS-Angehörige dort gewohnt haben. Zu DDR-Zeiten ist wieder ein Kinderwaldheim (Kur) entstanden, dann stand es leer und seit ein paar Jahren Jugendherberge.

Der alte Charme ist erhalten geblieben, keine „typischen Jugendherbergsfarben“ (Buche, blau-, lachsfarben), eher mutet es an eine größere Holzhütte (in hellbeige und dunkelbraun) an. Im Obergeschoss ein Erker, im Erdgeschoss  eine langgezogene Terrasse, Speiseaufzug und Essensausgabefenster und der schöne Speisesaal. Die Möblierung in zwei 2 Aufenthaltsräumen (Erker und Diele davor) sind schon ziemlich in die Jahre gekommen und wirkt ein bisschen lieblos. Die Zimmer haben alle Dusche und WC, alles bisschen eng, aber funktionell. Wir hatten das Glück, dass nur sehr wenige Gäste da waren, so war es herrlich ruhig, aber wenn die Bude voll ist, dann … wird es ziemlich hellhörig.

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Wir hatten Halbpension und waren sehr zufrieden, insbesondere mit dem warmen Abendessen. Nur die Brötchen schienen Aufbackbrötchen gewesen zu sein, die waren nicht sooo lecker.

Ein klassisches Bistro gibt es nicht, man bestellt am Rezeptionstresen seine Getränke und Eis. Der Getränkeautomat hat nur 0,5l-Flaschen. Tip: zuvor in der Stadt sich mit 1l Flaschen eindecken.

Im Außenbereich sind noch Bungalows aneinandergereiht, 2-10 Personen, plus Veranstaltungsraum.  Vor den „Reihenbungalows“ gibt es ein schon sehr in die Jahre gekommenes Schwimmbad (ca. 8x5m ich kann so schlecht schätzen), wie tief es ist, weiß ich nicht, da es jetzt im April eine Überdachung hatte. Es ist jedoch im Sommer freigegeben! Außerdem gibt es noch einen kleinen Spielplatz und ein großes zentrales Beachvolleyballfeld, Basketball und Bolzplatz. Ein ziemlich vermodertes „Indianerzelt“ als Grillplatz rundet das Außengelände ab.

Die Herberge liegt mitten im Wald, nahe der „Prinzenschneise“ und der ehemaligen Buchenwaldbahn (nicht mehr existent). Es war wunderschön, morgens von dem lauten fröhlichen Vogelgezwitscher geweckt zu werden! Vom Weimarer Hauptbahnhof gelang man alle 30min mit den Bussen der Linie 6  Richtung Buchenwald/Ettersberger Siedlung, Haltestelle Obelisk bzw. Buchenwaldstraße zur Herberge. Davon sind es, leider an einer vielbefahrenen Straße OHNE Bürgersteig, durch den Wald leicht bergab noch ca. 500m (keine Beleuchtung).

Es war eine schöne Zeit dort in der Herberge, auch wenn ich im Speisesaal öfters daran dachte, wer wohl in der NS-Zeit dort gesessen haben mag. Ob man die Bauarbeiten der nah gelegenen Bahnstrecke gehört hat? Von der Bahnstrecke berichte ich in einem anderen blog.